Samt und Seide

Wer sollte Viagra nicht einnehmen?

Viagra ist nicht für jeden geeignet. Streng verboten ist die Kombination mit Nitraten; bei Herzerkrankungen ist ärztliche Vorsicht nötig.

Viagra ist für viele Männer eine wirksame Hilfe, aber es ist nicht für jeden geeignet. Bestimmte Personen sollten Viagra nicht einnehmen, weil das Medikament den Blutdruck senkt und mit einigen Erkrankungen oder anderen Wirkstoffen gefährlich zusammenwirken kann. Wer zu den Risikogruppen gehört, sollte es nur nach sorgfältiger ärztlicher Prüfung – oder gar nicht – verwenden.

Die wichtigste Gegenanzeige: Nitrate

Der gefährlichste Punkt betrifft Nitrate. Diese Medikamente werden bei Angina Pectoris und anderen Herzbeschwerden eingesetzt. Zusammen mit Sildenafil können sie einen plötzlichen, starken Blutdruckabfall auslösen, der lebensbedrohlich sein kann. Die Kombination von Viagra und Nitraten ist daher streng verboten. Auch bestimmte Blutdruckmittel aus der Gruppe der Alphablocker erfordern Vorsicht.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Männer mit instabilen Herzerkrankungen sollten besonders vorsichtig sein. Wer kürzlich einen Herzinfarkt oder Schlaganfall hatte, unter schwerer Herzschwäche oder unkontrolliertem Bluthochdruck leidet, sollte Viagra nicht ohne gründliche Abklärung einnehmen. Sexuelle Aktivität belastet das Herz; der Arzt prüft daher, ob der Kreislauf eine solche Belastung verträgt, bevor er das Medikament verschreibt.

Weitere Risikogruppen

Auch bei schweren Leber- oder Nierenerkrankungen, bei sehr niedrigem Blutdruck oder bei bestimmten Augenerkrankungen wie einer seltenen Netzhauterkrankung ist Vorsicht geboten. Wer mehrere Medikamente einnimmt, sollte mögliche Wechselwirkungen abklären lassen – etwa bei der Frage, ob man Viagra mit Diazepam oder Amoxicillin und Sildenafil kombinieren darf.

Warum ärztlicher Rat unverzichtbar ist

Gerade weil diese Gegenanzeigen ernst sind, ist Viagra verschreibungspflichtig. Ein Arzt erfasst Ihre Krankengeschichte, Ihre Medikamente und Ihren Blutdruck und entscheidet, ob das Mittel sicher ist. Wer Viagra ohne Prüfung aus dubiosen Quellen bezieht, geht ein unnötiges Risiko ein. Lesen Sie dazu auch, ob man in den 20ern Viagra nehmen sollte, und ob es den Testosteronspiegel beeinflusst. Alle Themen finden Sie in der Rubrik erektile Dysfunktion und männliche Sexualgesundheit.

Vorsicht bei mehreren Medikamenten

Ein häufig unterschätztes Risiko liegt in der Kombination mit anderen Wirkstoffen. Neben den streng verbotenen Nitraten gibt es weitere Medikamente, bei denen Vorsicht geboten ist. Bestimmte Mittel gegen Bluthochdruck, einige Antibiotika und Medikamente gegen Pilzinfektionen können die Wirkung von Sildenafil verstärken oder den Blutdruck zusätzlich senken. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte daher unbedingt die vollständige Liste mit Arzt oder Apotheker besprechen, bevor er Viagra verwendet. Nur so lassen sich gefährliche Wechselwirkungen sicher ausschließen.

Auch der Konsum von Alkohol oder Freizeitdrogen ist relevant. Größere Mengen Alkohol können den blutdrucksenkenden Effekt verstärken und gleichzeitig die Erektion beeinträchtigen. Besonders gefährlich ist die Kombination mit bestimmten Partydrogen, etwa solchen, die selbst Nitrate enthalten. Wer Viagra sicher anwenden möchte, sollte all dies offen mit dem Arzt besprechen – auch wenn manche Themen unangenehm erscheinen. Ehrlichkeit schützt hier die eigene Gesundheit. Der Arzt unterliegt der Schweigepflicht, sodass keine Sorge vor Indiskretion bestehen muss. Eine offene Schilderung aller Umstände ist daher immer der sicherste Weg zu einer geeigneten Behandlung.

Häufige Fragen

Wer sollte Viagra auf keinen Fall einnehmen?
Vor allem Männer, die Nitrate einnehmen – die Kombination kann einen gefährlichen Blutdruckabfall auslösen.
Ist Viagra bei Herzerkrankungen tabu?
Nicht grundsätzlich, aber bei instabilen Herzerkrankungen ist große Vorsicht und eine ärztliche Abklärung nötig.
Warum ist Viagra verschreibungspflichtig?
Weil es ernste Gegenanzeigen und Wechselwirkungen gibt, die ein Arzt vor der Einnahme prüfen muss.