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Warum werde ich diese Neigung nicht mehr los?
Gleich zu Beginn meiner Studienzeit lernte ich eine Kommilitonin kennen, mit der ich mich schnell anfreundete. Unsere Freundschaft war recht eng über das ganze Studium, und wir lernten für alle Prüfungen zusammen, feierten Parties, tranken zusammen viel Bier und Wein und erzählten uns von unseren privaten Dingen. Wir waren unsere gegenseitigen Berater, und wir waren sehr vertraut miteinander. Aber eines waren wir nicht: ein Paar. Wir hatten jeweils unsere Beziehungen, und irgendwie gab es niemals einen Augenblick, in dem diese Konstellation in Frage gestellt wurde.
Eines Tages klingelte ich – wie so oft – unangemeldet an ihrer Tür, um sie zu fragen, ob wir ein Bier miteinander trinken gingen. Sie stand unter der Dusche, während ich klingelte, sprang heraus und erfuhr über die Haussprechanlage, dass ich es war. Sie drückte den Türöffner, ich ging hinauf zu ihrer Wohnung, und sie ließ mich ein. „Du hast mich aus der Dusche geschellt“, sagte sie, halb genervt, halb schmunzelnd. Sie bedeckte sich nur durch ein großes Handtuch, mehr vorgehalten als umgebunden. Ich trug ihr kurz mein Anliegen vor und sie akzeptierte, allerdings müsse sie sich kurz fertigmachen, wie ich ja sehen könne. Sie schickte mich in ihre kleine Wohnküche und marschierte selbst Richtung Bad. Dabei ließ sie wie selbstverständlich das Handtuch los, und ich sah ihre splitternackte Hinterseite ins Bad marschieren. Erstmalig sah ich ihren knackigen und wohlgeformten Hintern. Die Atmosphäre war eigentlich nicht erotisch, sondern geprägt von unserer kumpelhaften Vertrautheit. Dennoch oder gerade deshalb erlaubte ich mir, der ich sonst eher schüchtern war, die Bemerkung: „Wir sind aber ganz schön offenherzig heute.“ „Du musst ja nicht hinsehen“, entgegnete sie in ihrem unerschütterlichen Selbstvertrauen.“ „Das provozierte mich zu einer weiteren Bemerkung: „Aber ich darf schon, oder?“ fragte ich mehr rhetorisch. „Tu dir keinen Zwang an“, hörte ich sie aus etwas größerer Entfernung sagen. Sie war inzwischen ins Schlafzimmer gegangen, von wo wir uns kaum verstehen konnten. „Du müsstest sowieso rüber kommen, wenn du dich mit mir unterhalten willst, ich höre sonst nämlich nichts mehr,“ kam es kess aus dem Schlafzimmer. Ich ließ mir das kein zweites Mal sagen und ging herüber. Sie war nach wir vor splitternackt und machte keinerlei Anstalten, sich zu bedecken. Stattdessen stand sie vor einem großen Spiegel und korrigierte an ihrer Schminke herum.
Ihre Brüste hatte ich schon öfter gesehen, sie ging an den Badeseen immer oben ohne. Die Brüste waren ziemlich groß und wohlgeformt. Der Anblick war immer wieder schön. Aber die gesamte nackte Gestalt hatte ich noch nie gesehen. Sie war hellblond und trug fast ebenso helle Schamhaare. Eine Intimrasur war damals überhaupt noch nicht üblich. Aber sie hatte ihre Schamhaare zu einem relativ kleinen Dreieck getrimmt, nicht oberhalb der Schamlippen, wie man das heute häufig sieht, sondern eines, das die Schamlippen sanft bedeckte, so sanft, dass die rosa Färbung der Schamlippen dezent durch das blonde Dreieck schimmerten. Direkt oberhalb der Schamlippen endete das Schamdreieck, so dass sich mir die Haut direkt vom Ansatz des Intimsten bis zum Bauchnabel ihre glatte und zarte Schönheit darbot. Ich bildete mir ein, dass sie meinen entzückten Blick gesehen hatte und fortan wurde unsere kumpelhafte Atmosphäre überlagert von einem gehörigen Schuss Erotik. „Ich glaube, ich ziehe mich doch besser an“, grinste sie. Und das tat sie.
Wir gingen dann Bier trinken und sprachen über alles, nur nicht über unsere Begegnung nach ihrer Dusche. Später ging ich nach Hause und war dort glücklicherweise allein. Ich zog mich aus, stellte mich vor den Spiegel und ließ mich in meine Phantasien fallen. Zu dieser Zeit entdeckte ich meine exhibitionistische Neigung, war aber noch weit davon entfernt, mir eine solche Neigung zuzugestehen. Denn ich stellte ich mir Exhibitionisten als dunkle Gestalten vor, die es darauf abgesehen haben, ihr Gegenüber zu Tode zu erschrecken. Ich glaube, es gibt solche Typen, und wenn das allein Exhibitionismus sein sollte, so musste (und muss) meine Neigung irgendetwas anderes sein, wofür ich bis heute keinen Namen habe.
Jedenfalls dämmerte es mir, dass irgendetwas – sagen wir – zeigefreudiges in mir schlummerte und nach Befriedigung verlange. Daher konzentrierte sich meine Phantasien, mit der ich das gerade Erlebte noch einmal durchging, durchaus auf das Spiel mit dem Zeigen und Sehen. Und hatte sie selbst dieses Spiel nicht begonnen? Gut, sie war erst einmal in diese Situation hineingeraten. Aber hätte sie sich nicht bedeckt halten können. Aber natürlich! Und hatte sie nicht meine Blicke genossen? Das bedeutete aber auch: Sie müsste doch eigentlich Verständnis dafür haben, wenn ich mich um entsprechende Blicke ihrerseits bemühte? Lange phantasierte ich herum und schließlich versuchte ich ganz konkret, Pläne zu schmieden, die grundsätzlich fähig für die Wirklichkeit waren. Ich nahm mir vor, irgendeine Gelegenheit zu nutzen und zu versuchen, aus meiner Phantasie Wirklichkeit werden zu lassen. Aber das war leichter gesagt als getan. Es verging locker ein halbes Jahr, innerhalb dessen wir unsere Begegnung nicht ein einziges Mal mehr erwähnt hatten. Fast war es, als ob wir diese Begegnung totschwiegen. Oder hatte sie das ohnehin ganz anders empfunden als ich, hatte sie das nicht längst sowieso vergessen? Meine Gefühle waren gemischt, und so sah es auch mit meinem Mut aus.
Ich war nahe dran, meine Pläne zu begraben. Zu verrückt war ich. Aber dann kam doch noch die Gelegenheit. Wir verabredeten uns zum Biertrinken und sie wollte mich abholen, irgendwann ohne genaue Zeitangabe. Ich war allein zu Hause. Sollte ich das nun wirklich tun? Wenn ich mich nun allein in diese Phantasie gesponnen hatte und sie nun überhaupt nichts davon nachvollziehen könnte. Würde das unsere schöne Beziehung nicht gefährden? Wie immer warf ich mit wachsender Erregung Stück für Stück meine Bedenken über Bord. Am Ende zog ich mich splitternackt aus, und zwar so rechtzeitig, dass sie mir nicht zuvor kommen konnte. Dann schien alles eine Ewigkeit zu dauern. Als sie endlich kam, sprang ich ganz kurz unter die Dusche, um nass zu sein, band mir ein Handtuch um und öffnete ihr die Tür. Ich fürchtete eine Anspielung von ihr, etwas, was die ganze Sache sofort kaputt machen würde, was mich vielleicht als ertappt bei einer ganz dämlichen Inszenierung dastehen lassen würde (was es letzten Endes ja sogar war). Aber es kam glücklicherweise überhaupt nichts dergleichen. In der üblichen kumpelhaften Atmosphäre spazierte sie mit größter Selbstverständlichkeit in die Wohnung. Für mich war das alles andere als selbstverständlich. Mein Penis wurde sofort steif unter dem Handtuch. Rechtzeitig war ich zurück im Bad und duschte zu Ende. Mein Penis aber blieb steif. Ich föhnte mich, und der Penis blieb steif. Mein Problem war: Wir hatten einen Schlaf-Wohnraum, und zum Anziehen musste ich dort hinein. Aber da saß meine Kommilitonin. Das war mir jetzt doch peinlich. Ich zögerte, aber dann hörte ich sie schon drängeln: „Manikürst du dich für den Wiener Opernball, oder was ist los?“ Ich band mir das Handtuch um hielt umständlich meine Arme und ging ins Zimmer. Anstatt mich anzuziehen, setzte ich mich zur Verwunderung meiner Kommilitonin erst einmal hin, um Zeit zu gewinnen. „Wolltest du dich nicht anziehen zum Biertrinken?“ schmunzelte sie. „Ja sofort“, entgegnete ich. „Außerdem“, kam es jetzt aus ihr, „bist du unfair! Ich habe das Handtuch schließlich damals weggelassen“. Angesichts dieser frechen Andeutung wollte ich jetzt gern die Flucht nach vorn antreten, traute mich aber nicht recht. „Du bist aber auch eine Frau,“ entschuldigte ich mich, „und du hast nicht die Probleme, die ein Mann haben kann.“ Sie sah mich einen Augenblick fragend an, dann fiel der Groschen. Sie legte die Hand vor den Mund, wie nach einer erstaunlichen Entdeckung, und fragte dann halb mitleidend, halb lachend: „Hast du einen …, na ja, du weißt schon?“ Nachdem ich bejaht hatte, bot sie mir an, herauszugehen, bis ich fertig bin. Aber jetzt war ich soweit, dass ich noch weiter wollte. Zum Greifen nahe war eine Situation, in der ich eine Kumpel-Freundin hatte, die über meine Neigung im Bilde war, die sie akzeptierte und ihn mich vielleicht sogar in ihrer Anwesenheit ausleben lassen würde. Oder war ich doch meilenweit davon entfernt? Ich wollte es jetzt wissen, egal um welchen Preis.
„Du brauchst eigentlich nicht herauszugehen. Es ist mir nicht unangenehm, wenn du mich so siehst.“ Aus irgendeinem Grund verstand sie sofort, dass ich das nicht sagte, weil ich etwa Sex mit ihr wollte. Sie verstand, dass es um etwas anderes ging. „Vielleicht sollten wir hier ein Bier trinken, ich habe nämlich den Eindruck, dass du mir etwas erzählen möchtest“. Ich akzeptierte gern und holte Bier aus dem Kühlschrank. Bevor ich mich wieder setzte, setzte sie noch mal nach: „Wolltest du nicht fair sein, was das Handtuch betrifft? Ich meine, ich hatte es ja seinerzeit schließlich weggelassen, wie wir schon festgestellt hatten.“ „Na ja, du weißt ja sowieso Bescheid, entgegnete ich, legte das Handtuch ab und warf es auf die Couch. „Donnerwetter, wer hätte gedacht, dass ich heute so was zu sehen bekomme,“ hörte ich sie flachsen.
Ich war nun an der Reihe, von mir zu erzählen. „Den steifen Penis habe ich nicht, obwohl du mich sehen kannst, sondern weil du mich sehen kannst“, begann ich kryptisch. Ich spürte, wie sie das mit großer Selbstverständlichkeit nahm, und so ermutigte mich die Situation, nunmehr in einem Schwall alles in ganzer Offenheit von meiner eigentümlichen Neigung zu erzählen. Ich versuchte, falsche Vorstellungen von vornherein aus dem Weg zu räumen und erklärte, dass Exhibitionismus – zumindest in „meiner Variante“ - das wäre, was ich heute mit ihr getan hätte, nichts weiter. Also nichts mit Mann im Park und Kindern und und und. Ich gab schließlich auch zu, dass ich meine Situation mehr oder weniger bewusst herbeigeführt hatte, inspiriert von unserer ersten „Duschbegegnung.“. Das war ihr dann sowie so schon klar, und schließlich sagte sie zu meiner großen Überraschung, dass sie damals die Situation durchaus anregend gefunden habe und dass sie meine Blicke natürlich auch provoziert habe. Mein erster heimlicher Blick auf eine Brustwarze, die für einen Moment zu sehen und von meinen Blicken gleich erhascht worden war, habe in ihr den Drang ausgelöst, mehr zu zeigen. Deshalb sein das Handtuch weggeflogen und deshalb habe sie auch durchaus bewusst nackt vor dem Spiegel gestanden. „Das mach’ ich nun auch nicht bei jedem Besuch!“ unterstrich sie und verlieh ihrer Schilderung damit eine ziemlich bildliche Glaubwürdigkeit.
Am Ende wurde ich unruhig, weil die Zeit nahte, in der meine damalige Freundin nach Hause kommen konnte. Die akzeptierte ohne Probleme meine kumpelhafte Beziehung zu meiner Kommilitonin. Aber für das, was sich derzeit abspielte, würde sie kein Verständnis haben – weder für die Intimität mit meiner Kommilitonin, noch für die Neigung, über die wir uns gerade austauschten. Also sagte ich meiner Kommilitonin, dass ich mich anziehen müsse, aber ich betonte auch, dass ich lieber nackt bliebe. Zu meiner Überraschung schloss sie unser Gespräch mit einem Angebot ab: „Also, auch wenn das jetzt blöd klingt. Du kannst jederzeit zu mir kommen, wenn dir danach ist.“ Ich war überglücklich: Ich durfte jederzeit zu dieser Frau, nicht einmal zu irgendeiner, nein zu dieser Frau, wann immer mich das Gefühl dazu trieb.
Aber in der Erwartung meines ersten Besuchs fürchtete ich, dass ich mich nicht trauen würde und dass die Atmosphäre alles andere als einladend sein würde. Schließlich hatten wir nach meinem „Beichtabend“ kein Wort mehr darüber verloren. Es war, als ob es nicht geschehen war. Als ich sie schließlich zwei Wochen später abends auf ein Glas Wein besuchen kam, machte ich mir schon keine Hoffnung mehr. Ich dachte, es ist auch so schön mit ihr, sie ist ein Riesen-Freund, und das sollte ich nicht aufs Spiel setzen. Tatsächlich war die Atmosphäre erst etwas sperrig, keiner wusste so recht, was nun passieren würde. Sie war es dann, die das Problem löste. Sie fragte mich, ob ich kurz duschen wollte, wo es doch so heiß sei. Das tat ich, und ich kam splitternackt aus der Dusche. Wir setzten uns zusammen, tranken Bier oder Wein, erzählten wie immer über Gott und die Welt, und ich blieb nackt. Aber mein Penis war schlaff, und ich traute mich nicht, ihn anzufassen. „Heute sind wir aber ein bisschen schlaff“, kam es, nachdem wir das Thema nicht ein einziges Mal angesprochen hatten. „Ich traue mich nicht so recht“, antwortete ich. Ohne weiter darauf einzugehen, stand sie auf und verließ das Zimmer. Schüchtern begann ich, an mir zu spielen. Der Penis regte sich zögerlich. Als sie plötzlich wieder in der Tür stand, zog ich meine Hand instinktiv wieder weg. Dann aber stand mir vor Staunen fast der Mund offen. Denn sie war splitternackt. Sie lächelte und hauchte mir nun selbst etwas scheu entgegen: „Ich dachte, damit könnte ich deine Hemmung vielleicht ein wenig vertreiben“. Sofort baute sich meine kleine schüchterne Schwellung zu einem steifen Penis aus. Sie setzte sich wieder mir gegenüber hin und stellte erleichtert fest: „Es scheint zu klappen!“
Nun saßen wir uns gegenüber, und erst einmal stand die Unsicherheit zwischen uns wie eine Mauer. „Und jetzt?“ quetschte ich mir aus dem Halse, in dem sich ein Kloß festgesetzt hatte. Wir einigten uns darauf, ganz normal miteinander zu reden, wie wir das auch sonst taten, über Gott und die Welt eben. Das klappte dann auch irgendwie, wenngleich die Atmosphäre alles andere als entspannt war. Als mein Penis ein wenig zu erschlaffen begann, nahm ich ihn so beiläufig wie möglich in die Hand und spielte damit. Ich spielte aber mehr als dass ich masturbierte, und so blieb er lange Zeit in einem Schwebezustand zwischen steif und schlaff. Es kam immer wieder zu den befürchteten Unterhaltungspausen, die entstehen, wenn die Partner unsicher im Umgang miteinander sind. In einer dieser Pausen zog ich die Initiative an mich. „Wir Männer sind es von Kleinkind an gewöhnt, mit unserem Geschlechtsorgan zu spielen, lange bevor das irgendeinem Zweck dient,“ dozierte ich. Ich wollte damit auf den weiblichen Umgang mit den Geschlechtsorganen überleiten, denn das interessiert mich immer schon bis heute. Spielen Mädchen damit auch schon sehr früh? Machen sie sich damit vertraut, wie wir Männer, bis diese viel bespöttelte Freundschaft zwischen Mann und Penis entsteht? Ist das auch der Übergang zur Selbstbefriedigung, der vollzogen wird, wenn man feststellt, dass das zielgerichtete Spiel mit dem Geschlechtsorgan bis zum Orgasmus getrieben werden kann? Machen das Frauen überhaupt? Befriedigen sich Frauen eigentlich selbst Alle diese Fragen schwirren mir bis heute durch den Kopf und so auch damals. Vorsichtig tastete ich mich heran „Wie sieht das mit euch aus? Spielt ihr nicht damit? Ist das wirklich wahr, dass nur die Hälfte von euch sich selbst befriedigt?“. Zu meiner Überraschung war damit plötzlich die Verkrampfung in der Atmosphäre gelöst. Wir hatten unser Thema. Sie erzählte mir davon, wie es bei ihr sei. „Wie das bei anderen Frauen ist, weiß ich natürlich nicht“, fasste sie schließlich zusammen. „Frauen verstecken das wohl eher. Aber für mich gilt: Ich kann die Finger genauso wenig von mir lassen wie du. Ob abends vor dem Schlafen gehen oder morgens früh. Es führt nicht immer zum Orgasmus, aber ein bisschen spielen ist immer drin.“
Obwohl ich meinen Penis kaum mehr berührt hatte, wurde er von allein wieder steif. Ich spürte, wie sie das durch gelegentliche, sehr kurze Blicke registrierte. Zugleich hörte ich ihr gebannt zu, ohne mich zu berühren. Ich genoss das Zuhören, meine Erregung wuchs, sie speiste sich allein vom Zuhören und von ihren kurzen Blicken. Es war zum Jubeln: Mein Gegenüber spürte meine wachsende Erregung, und es machte ihr Freude, diese Erregung durch ihre Erzählungen zu füttern. Nach einer Weile sagte sie: „Du brauchst dich wirklich nicht zu schämen. Mach ruhig, wonach dir ist.“ Zögerlich führte ich die Hand zum Penis und begann vorsichtig, ihn zu streicheln, nicht mehr. Hätte ich nur einmal fester zugefasst, dann wäre ich sofort zum Orgasmus gekommen, so erregt war ich inzwischen. Dabei hatte ich fast den Eindruck, dass sie es wirklich sehen wollte. War sie vielleicht auch ein wenig erregt? In mir keimte eine Phantasie auf. Wie wäre es wohl, wenn sie es auch tun würde? Ich wagte es nicht zu hoffen. Dennoch tastete ich mich heran. „Habt ihr eigentlich auch verschiedene Techniken der Selbstbefriedigung?“, flüsterte ich fast. „Ja“ hauchte sie, und ich spürte, dass ihr das Herz genauso zum Halse herausschlug wie mir. „Meine Lieblingstechnik ist so“. Sie führte ihre rechte Hand an ihre Scham, schob ihre Schamlippen auseinander und glitt mit einem Finger entlang der Klitoris auf und ab. Ich sah, dass dies verbunden war mit einer feuchten Erregung, die sich lange vor ihrer ersten Berührung entwickelt haben musste. Denn schon diese erste Berührung jagte die Lust in alle Enden ihres Körpers, das sah man.
Ich umschloss meinen Penis fester und begann, ihn zielgerichtet zu masturbieren, meine Erregung steigerte sich und ich atmete schwerer. Ich raste förmlich dem Höhepunkt zu, ich legte mich zurück, und es schoss aus mir. Nachdem ich zu mir kam, blickte ich entspannt auf mein Gegenüber. Meine Kommilitonin war völlig in sich versunken. Ich sah sie atmen, sah ihre geschlossenen Augen, sah, wie ihre linke Hand die rechte Brustwarze streichelte, die, die mich damals schon im Hausflur regelrecht angezwinkert hatte. Die, mit der praktisch alles begonnen hatte. Sanft ließ sie einen Finger um die aufgerichtete Brustwarze kreisen. Die davon ausgehenden Gefühle waren an ihren Augenlidern und ihren Lippen abzulesen. Ihre rechte Hand vergrub sich in ihrer Scham, ein Finger kreiste erst ellipsenförmig um die Klitoris, dann wieder ließ er sich für winzige Augenblicke von feuchten Schamlippen umschließen. Ich sah die Feuchte der Schamlippen. Nie zuvor habe ich diese Feuchte in dieser Deutlichkeit sehen können. Sie war so real wie die Erektion eines Penis sichtlich real war. Es war einer der vielen kleinen und zarten Beweise ihrer Erregung, der Tatsache, dass sie das nicht meinetwegen inszenierte, sondern es genoss, in vollen Zügen.
Nachdem ich sie eine Weile so beobachtet hatte, tat sie plötzlich einen kurzen aber schweren Atemzug, dann atmete sie tief und hörbar durch die zusammen gebissenen Zähne ein und ganz langsam und lustvoll wieder aus. Sie schwebte förmlich, sie war völlig abwesend und ließ sich durchfließen von einem Orgasmus, und ich spürte, wie meine Anwesenheit mit floss. Danach sank sie langsam in sich, und für einen Moment war es vollkommen still. Schließlich öffnete sie die Augen und traf sofort auf meine Augen. „Mein Gott, was haben wir denn jetzt gemacht,“ sagte sie ganz leise. Sie richtete sich vorsichtig auf. Dann fing sie sich schnell. „Ich glaube, ich muss jetzt erst mal ein Glas Wein trinken“, stellte sie fest und schüttete sich zügig das Glas voll. Ihre Stimme klang wieder fest und beherrscht. „Du bist offensichtlich auch erfolgreich gewesen“, spöttelte sie mit Blick auf die männlichen Orgasmusspuren auf meinem Bauch.
Wir blieben noch eine Stunde so sitzen und erzählten dieses Mal wirklich in gewohnter Entspanntheit über Gott und die Welt, obwohl wir beide nach wie vor splitternackt waren. Dann machte ich mich auf den Heimweg.
Von da an bin ich jahrelang zu ihr, wenn ich nicht allein sein wollte bei der Selbstbefriedigung. Da wir auch sonst viel Kontakt hatten, ging es aber nicht immer darum. Aber wenn mir danach war, dann sagte ich nur: „Ich könnte eine Dusche gebrauchen.“ Manchmal machte sie mit, und das war dann immer ein schönes Erlebnis. Aber manchmal war ihr auch nicht danach. Dann machte ich es allein. Es ging auch nicht immer darum, mich zum Orgasmus zu bringen. Ich konnte stundenlang nackt bei ihr sein. Wenn mir danach war, spielte ich ein wenig mit mir. Wenn nicht, dann eben nicht. Wie immer ich gerade Lust hatte, sie akzeptierte es. Was für eine schöne Zeit. Was gäbe ich dafür, wenn so etwas noch mal zurückkäme.
Ob mir das je beschieden wird, wage ich zu bezweifeln. Aber eines ist klar: Mit ihr wird das ganz gewiss nichts mehr. Aber wie gesagt: Diese Frau gibt es wirklich, auch wenn das meiste dieser Geschichte erfunden ist und meinen Wünschen entspringt. Unglaublich. Der folgende Rest ist deshalb tatsächlich wahr. Nach dem Studium trennten uns schnell unsere Wege. Wir haben zwar noch Kontakt, aber nur noch hochoffiziellen zwischen unseren beiden Familien. Wir sind uns fremd geworden, und wir sprechen nie mehr über das, was einmal war. Das ist schade. Sie ist sehr bürgerlich geworden und pflegt ihren sozialen Status. Ob sie die Gedanken der Drangzeit denn überhaupt nicht mehr beschäftigen? Warum werde ich diese Neigung nicht mehr los?
Major Tom
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